Zweck
Diese SOP regelt das Vorgehen nach einer Stich oder Schnittverletzung mit möglicher Exposition gegenüber Blut oder potenziell infektiösem Körpermaterial bei medizinischem Personal in den Räumlichkeiten der Viva Hub AG. Ziel ist die rasche medizinische Versorgung der exponierten Person, die strukturierte Risikoabschätzung hinsichtlich blutübertragbarer Infektionen sowie die Sicherstellung einer gesetzeskonformen Dokumentation und Nachverfolgung.
Anwendungsbereich
Diese SOP gilt für alle Standorte der Viva Hub AG sowie für alle infrastrukturnutzenden Ärztinnen und Ärzte, medizinischen Mitarbeitenden sowie weiteres medizinisches Personal, welches in den Räumlichkeiten der Viva Hub AG tätig ist.
Diese SOP findet Anwendung bei allen Stich- oder Schnittverletzungen sowie bei Schleimhaut oder Hautkontakt mit potenziell infektiösem Blut oder Körperflüssigkeiten.
Verantwortlichkeiten
Die exponierte Person ist verantwortlich für die unverzügliche Durchführung der Sofortmassnahmen sowie die sofortige Meldung des Ereignisses.
Die ärztliche Standortleitung ist verantwortlich für die medizinische Erstbeurteilung, die Risikoabschätzung sowie die Einleitung der notwendigen diagnostischen und therapeutischen Massnahmen.
Die Praxis- oder Standortleitung stellt sicher, dass die Dokumentation erfolgt und dass diese SOP allen Mitarbeitenden zugänglich ist.
Vorgehen
Sofortmassnahmen
Bei Stich oder Schnittverletzung wird die Wunde sofort unter fliessendem Wasser gereinigt. Anschliessend erfolgt eine Desinfektion mit geeignetem Hautantiseptikum. Eine leichte Blutung darf kurzfristig zugelassen werden. Ein Auspressen der Wunde soll nicht erfolgen. Danach erfolgt eine sterile Abdeckung der Wunde.
Bei Schleimhautexposition zum Beispiel Auge oder Mund erfolgt eine Spülung während mehrerer Minuten mit Wasser oder physiologischer Kochsalzlösung.
Meldung des Ereignisses
Das Ereignis ist unverzüglich der verantwortlichen Ärztin oder dem verantwortlichen Arzt sowie der Praxis oder Standortleitung zu melden. Das Ereignis wird in der medizinischen Dokumentation (Praxisinformationssystem) festgehalten.
Zu dokumentieren sind Datum und Uhrzeit des Ereignisses, Art der Verletzung, verwendetes Instrument, sichtbarer Blutkontakt sowie die Identität der Indexpatientin oder des Indexpatienten sofern bekannt.
Risikoabschätzung
Es erfolgt eine medizinische Risikoabschätzung bezüglich möglicher Übertragung von HIV, Hepatitis B und Hepatitis C. Dabei werden insbesondere Art der Verletzung, Tiefe der Verletzung, sichtbares Blut am Instrument sowie der bekannte oder vermutete Infektionsstatus der Indexpatientin oder des Indexpatienten berücksichtigt.
Laboruntersuchungen
Bei der exponierten Person dient diese Untersuchung der Baseline Dokumentation des Serostatus sowie der Beurteilung einer möglichen Hepatitis B Immunität. Bei der Indexpatientin oder dem Indexpatienten dient die Untersuchung der Abschätzung eines möglichen Übertragungsrisikos.
Pragmatisch wird für die Indexpatientin oder den Indexpatienten sowie für die exponierte Person dasselbe Laborpanel verwendet, um den Ablauf zu vereinfachen und Fehlbestellungen zu vermeiden.
Bestelltes Standardpanel nach Stich oder Schnittverletzung
HIV Screening HIV 1 und HIV 2 Antikörper sowie HIV 1 p24 Antigen
Hepatitis B Abklärung Panel HBVX bestehend aus HBs Antigen Anti HBs und Anti HBc
Hepatitis C Virus IgG
Laborpanel Praxissoftware Beispiel

Postexpositionsprophylaxe
Falls ein relevantes Risiko für eine HIV Exposition besteht wird eine HIV Postexpositionsprophylaxe erwogen. Diese sollte möglichst früh begonnen werden, idealerweise innerhalb von zwei Stunden nach Exposition. Die Entscheidung erfolgt nach individueller Risikoabschätzung und aktuellen medizinischen Empfehlungen.
Verlaufskontrollen
Bei der exponierten Person erfolgen serologische Verlaufskontrollen gemäss aktuellen medizinischen Empfehlungen. Typischerweise erfolgen folgende Kontrollen:
– nach 6 Wochen
– nach 3 Monaten
– nach 6 Monaten.
Dokumentation
Alle Ereignisse werden in der Krankengeschichte dokumentiert. Die Einwilligung der Indexpatientin oder des Indexpatienten zur Durchführung der serologischen Untersuchungen wird schriftlich festgehalten.
Standardformulierung Krankengeschichte nach Stich oder Schnittverletzung
Perkutane Stich oder Schnittverletzung bei medizinischem Personal durch verwendetes Instrument während medizinischem Eingriff. Kleine Hautverletzung festgestellt. Wunde unmittelbar gespült und mit Hautantiseptikum desinfiziert. Sterile Abdeckung angelegt. Ereignis dokumentiert und Risikoabschätzung durchgeführt. Indexpatient identifizierbar. Aufklärung über serologische Testung auf HIV, Hepatitis B und Hepatitis C erfolgt und Einverständnis eingeholt. Beim exponierten Mitarbeiter Baseline Serologie für HIV, HBV und HCV veranlasst. Weiteres Vorgehen und serologische Verlaufskontrollen gemäss internem Vorgehen geplant.
Revisionen und Änderungen
Vorversion(en):
- Keine
Diese SOP ist genehmigt durch die ärztliche Leitung der Viva Hub AG ärztliche Leitung der im Titel genannten Praxis. Ausserdem bestätigt die ärztliche Leitung der im Titel genannten Praxis die eigenverantwortliche Instandhaltung.
Datum: 11.03.2026
Unterschrift ärztliche Leitungen Viva Hub AG: elektronisch und handschriftlich visiert. Die handschriftliche Unterschrift dieser SOP ist zur Einsicht zentral abgelegt.
Unterschrift Praxis in Infrastrukturnutzerschaft: elektronisch und handschriftlich visiert. Die handschriftliche Unterschrift dieser SOP ist zur Einsicht zentral abgelegt.
Zum Ausdrucken oder Kopieren: #
Einverständniserklärung zur serologischen Testung nach Stich oder Schnittverletzung
Institution Praxis Viva Hub AG
Standort: Viva Hub
Datum der Exposition_______________________________________________
Name der Patientin oder des Patienten ________________________________
Geburtsdatum _____________________________________________________
Während eines diagnostischen oder therapeutischen Eingriffs ist es zu einer Stich oder Schnittverletzung bei einer Mitarbeiterin oder einem Mitarbeiter des Behandlungsteams gekommen. Dabei kann es zu einer Exposition gegenüber Blut gekommen sein. Zur medizinischen Risikoabschätzung wird eine Blutuntersuchung auf mögliche blutübertragbare Infektionen empfohlen.
Geplante Untersuchungen
Es können folgende Tests durchgeführt werden
HIV Antigen Antikörper Test
Hepatitis B HBs Antigen
Hepatitis C Antikörper
Datenschutz
Die Untersuchungsergebnisse unterliegen der ärztlichen Schweigepflicht und werden ausschliesslich zur medizinischen Beurteilung der Exposition verwendet.
Einwilligung
Ich wurde über Zweck und Umfang der Untersuchung informiert und erkläre mich mit der Durchführung der oben genannten Blutuntersuchungen einverstanden.
Ort, Datum_________________________________________________________
Unterschrift Patientin oder Patient______________________________________
Name aufklärende Ärztin oder aufklärender Arzt__________________________
Unterschrift Ärztin oder Arzt